Besonderes Augenmerk legten die Analysten auf die jeweilige Umsetzung von immer häufiger genutzten Features wie Cross- und Upselling-Untersuchungen. Neben dem umfangreichen Praxistest wurde deshalb für jedes der fünf Werkzeuge eine detaillierte Funktionsübersicht mit dem Fokus auf Assoziations- und Sequenzanalysen erstellt. Resümee: Es gibt deutliche Unterschiede im Funktionsumfang. Zudem ist der Trend erkennbar, neben den Statistikexperten auch Fachabteilungsnutzer mit entsprechenden Bedienkonzepten einzubeziehen. Die Studie ist ab sofort zu einem Preis von 299 Euro für Unternehmen und 99 Euro für Studenten und Hochschulen unter www.mayato.com erhältlich.
Zu den untersuchten DM-Suiten gehören der SAS Enterprise
Miner 6.1 und der StatSoft STATISTICA Data Miner 9. Als
Open-Source-Anwendung wurde KNIME 2.0.3 (Uni Konstanz)
einbezogen. Zudem kamen mit SAP BW 7.0 ein
Business-Intelligence-Werkzeug und mit dem KXEN Analytic
Framework 5.1.1 eine Lösung für Self-Acting Data Mining
auf den Prüfstand. Im Praxistest wurden die Werkzeuge
anhand eines großen Testdatensatzes von 1,8 Millionen
Zeilen untersucht. Ausgehend von einer Fallstudie spielten
die Analysten den gesamten Data-Mining-Prozess durch,
einschließlich der Datenvorverarbeitung sowie Darstellung
und Interpretation der Ergebnisse. Die Bewertung bezog
sich auf Bedienbarkeit, Stabilität, Systemverhalten bei
großen Datenmengen, Dokumentation und die Gesamteffizienz
des Analyseprozesses. „Uns hat überrascht, dass die
Funktionsunterschiede der untersuchten, wenn auch nicht
direkt vergleichbaren Werkzeuge doch recht groß sind.
Manche Aufgaben wie die Sequenzanalyse lassen sich mit
einigen Werkzeugen gar nicht erledigen, ohne dass dies aus
der Produktbeschreibung ersichtlich ist“, sagt Peter
Neckel, Analyst und Leiter der Studie beim BI-Analysten-
und Beratungshaus mayato.
SAS Enterprise Miner und STATISTICA Data Miner zählten zu
den Werkzeugen mit dem breitesten Funktionsumfang, hoher
Ausführungsgeschwindigkeit und sicherem Umgang mit
großen Datenmengen. Beide Tools überzeugten vor allem
durch ausgereifte Funktionalität und die grafische
Aufbereitung. Während das KXEN Analytic Framework mit der
einsteigerfreundlichen Bedienung und seinem unerreicht
schnellen, selbstentwickelten Assoziationsverfahren
punktet, zeigte das Tool Schwächen in der grafischen
Ergebnisauswertung.
Deutliche Unterschiede verzeichneten die BI-Experten beim
Funktionsumfang der Werkzeuge. Das SAP BW und KNIME
stellen beispielsweise keine Sequenzanalyse zur
Verfügung, sodass etwa der zeitliche Abstand zwischen
Kauftransaktionen nicht ausgewertet werden kann. Viele
typische analytische Anwendungsszenarien im Umfeld des
Cross- und Upselling, aber auch im Risikomanagement oder
in der Betrugserkennung bei Banken und Versicherungen
lassen sich dementsprechend mit diesen Tools nicht
umsetzen. Bei der Ergebnisauswertung und -interpretation
– gerade im Cross-/Upselling-Umfeld wichtig – ergaben
sich im Praxistest ebenfalls Schwierigkeiten: Insbesondere
bei großen Datenmengen ist die Unterstützung für den
Anwender in manchen Fällen nicht ausreichend. KNIME liegt
diesbezüglich im Test hinten, ebenso wie bei der
Laufzeit. „Bei der Datenvorbereitung lässt sich
feststellen, dass die kostenlosen Open-Source-Tools einen
sehr viel höheren Zeitaufwand erfordern“, so
Neckel.
Nach wie vor gilt, dass der Anbietermarkt nicht nur breit
gefächert ist, sondern auch eine große
„Artenvielfalt“ an Lösungen umfasst. Für Anwender
gestaltet sich die Auswahl daher relativ komplex.
Verbundkaufanalysen à la Amazon („Kunden, die dieses
Produkt angesehen haben, kauften auch:…“) sind
mittlerweile nicht mehr nur im Versandhandel sondern auch
bei Finanzdienstleistern und Versicherungen gängige
Praxis für zielgerichtete Direktmarketingkampagnen und
-aktionen. Aber auch im Risikomanagement findet die
erweiterte Variante (Sequenzanalyse) rege Anwendung.
Umsetzung und Bedienbarkeit sehen allerdings bei allen
Herstellern recht unterschiedlich aus. Im Praxistest
fanden die Analysten heraus, dass sich die Bedienung dank
grafischer Benutzeroberflächen grundsätzlich vereinfacht
hat. Ein dominierendes Bedienkonzept lässt sich jedoch
– wie schon in den letzten Jahren – nicht erkennen.
Einige Hersteller bieten mittlerweile sogar mehrere Modi
für unterschiedliche Anwendertypen an. Während die
großen Suiten nach wie vor Spezialisten-Know-how
verlangen, erleichtern Produkte wie die von StatSoft und
KXEN auch Gelegenheitsanwendern den Einstieg in die
explorative Datenanalyse, indem auf Wunsch über
Assistenten eine feste Abfolge an Analyseschritten
vorgegeben und die erforderlichen Eingaben dazu
systematisch abgefragt werden.
Der Investitionsaufwand für Data-Mining-Suiten liegt abhängig von der Nutzeranzahl meist im sechsstelligen Euro-Bereich. Dennoch gibt es auch günstigere Angebote. Die Einzelplatzlizenz des STATISTICA Data Miner ist bei vollem Funktionsumfang beispielsweise bereits ab 20.000 Euro erhältlich. Für Open-Source-Lösungen entfällt der Anschaffungspreis; bei professioneller Nutzung sollten jährliche Supportgebühren im vierstelligen Eurobereich einkalkuliert werden.
Über mayato: Das BI-Analysten- und Beratungshaus mayato
wurde im April 2007 mit der Vision der „perfekten
Entscheidung“ gegründet. mayato deckt in drei Bereichen
das Thema Business Intelligence komplett ab: „Think“
untersucht aktuelle Trends, Märkte, Methoden, Produkte
und Technologien. In „Act“ werden integrierte und
flexible Infrastrukturen für Business Analytics
konzipiert und realisiert. Darüber hinaus unterstützen
im Bereich „Analyze“ Statistik- und
Data-Mining-Experten Konzerne bei der Analyse der
Effizienz von Geschäftsprozessen mit Hilfe von
innovativen Metriken.
Als Partner mehrerer Softwareanbieter ist mayato
grundsätzlich der Neutralität und in erster Linie der
Qualität seiner eigenen Dienstleistungen verpflichtet.
mayato berät vom Hauptsitz in Berlin sowie weiteren
Standorten nationale und internationale Kunden vom
Mittelständler bis zum Weltkonzern. Nähere Infos unter
www.mayato.com.
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