Immobilienmanagement ist per Definition das Verwalten
und Vermarkten von Gebäuden und Liegenschaften. Der
Einsatz von Informationstechnologie hat insbesondere im
Bereich der Gebäudeverwaltung an Bedeutung gewonnen.
Die Vorteile und der Nutzen so genannter CAFM-Systeme
(CAFM:Computer Aided Facility Management,
computerunterstütztes Gebäudemanagement) in der
Gebäudewirtschaft zeigt sich in vielerlei Hinsicht. Neben
der Zeitersparnis bei der täglichen Arbeit ist das
Kostensparpotenzial nicht gering zu schätzen.
Beim Immobilienmanagement mit Unterstützung spezieller
IT-Lösungen müssen die Nutzer nach baulichen
Veränderungen nicht mehr auf Papierzeichnungen
zurückgreifen. Sie können durch die Verbindung von
CAD-Programmen (Planungstools) und CAFM-Lösungen mit
leicht aktualisierbaren digitalen Gebäudeplänen
arbeiten. Es müssen nicht einmal große Umbaumaßnahmen
sein, in deren Folge dank CAFM Bestandspläne schnell auf
den neuesten Stand gebracht werden können. Auch der
Austausch einer Tür oder eines Türschlosses wird als
Änderung im Bestand mit wenigen Mausklicks direkt in das
System eingetragen.
Auch der nun neue Typ der Tür oder des Schlüssels sowie
die Besitzer ausgegebener Schlüssel lassen sich über
derartige Lösungen verwalten. Weil CAFM-Systeme
schnellere Dateneingaben ermöglichen, den Aufwand für
die Datenaktualisierung reduzieren, die Aktualisierung von
Bauzeichnungen erheblich vereinfachen und die Kosten für
den Verwaltungsaufwand begrenzen, leisten sie einen
Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Gebäudewirtschaft. Im
Bereich der Handhabung liegt ein wesentlicher Aspekt der
Nachhaltigkeit: So minimieren ein nutzerfreundlicher
Aufbau und ein intuitiv erfassbares Design den Lernaufwand
bei der Einführung deutlich – und sind damit
gleichzeitig
Motivatoren für die Anwender.
Automatische
Erinnerung
Üblicherweise können Anwender von CAFM-Lösungen alle
Daten rund um Gebäude, Ebenen/Geschosse oder auch Räume
in dem System hinterlegen. Das vereinfacht die Umsetzung
neuer Vorgaben, die beispielsweise geschäftlicher oder
gesetzlicher Natur sein können. Ein Beispiel ist die
Wartung sicherheitstechnischer Ausrüstungselemente:
Entsprechend „gefüttert“, erinnert das CAFM-System
automatisch an die anstehenden Wartungstermine etwa für
die in den kommunalen Gebäuden installierten
Feuerlöscher.
Eine einfache Handhabung und ein klarer Aufbau
unterstützen auch die schnelle und komfortable
Bearbeitung und Auswertung von Gebäudedaten.
Dabei müssen die Nutzer nicht auf die gewohnten
Auswertungs- oder Abrechnungssysteme wie MS Office oder
SAP verzichten. Die Möglichkeit, die gewünschten
Auswertungen vom CAFM-System als Grafik oder Diagramm
ausgeben zu lassen (statt in umfangreichen
Excel-Tabellen), dient dem besseren Verständnis der
Daten. Für Verfechter der Listenübersicht sind dennoch
alle Inhalte auch weiterhin in dieser Form verfügbar.
Als Beispiel für den Nutzen übersichtlicher und
schnell erfassbarer Auswertungen kann die
Gebäudereinigung dienen: Es lassen sich unter Umständen
die Ausgaben in diesem Bereich senken, wenn alle Anbieter
in Bezug auf Reinigungsintervalle, Umfang der
Reinigungstätigkeiten, eingesetztes Verbrauchsmaterial
und die Preise direkt miteinander verglichen werden
können.
Ein weiterer Vorteil von CAFM-Systemen ist die
einheitliche Datenbasis für die Mitarbeiter. Stets über
aktuelle Daten zu verfügen, ist ein wesentlicher Aspekt
für die Verbesserung der gebäudewirtschaftlichen
Prozesse.
Sichere Investition
Auch das Qualitätsmanagement wird von den
Softwarelösungen üblicherweise unterstützt. So können
die Anwender beispielsweise für den Bereich Reinigung
Qualitätsprüfungen in bestimmten Abständen in Auftrag
geben und die notwendigen Protokollformulare im System
hinterlegen und zum vorgesehenen Zeitpunkt versenden.
Beim Thema „Nachhaltigkeit“ im Zusammenhang mit dem
CAFM-Einsatz darf der Blick aber nicht allein auf den
Nutzen solcher Lösungen gerichtet werden.
Die Verantwortlichen in den gebäudewirtschaftlichen
Ämtern der Kommunalverwaltung und die Beschaffungsstellen
sollten bei der Entscheidung für einen Anbieter auch die
Frage der Investitionssicherheit klären. Hier geht es
insbesondere darum, dass durch Weiterentwicklungen und
inhaltliche Aktualisierungen des Systems –
beispielsweise Anpassung der Lösung an gesetzliche
Vorgaben – die inhaltliche Richtigkeit des Programms
langfristig sichergestellt und die Beschaffungskosten gut
angelegt sind. Vertragliche Sicherheit bieten
Vereinbarungen über die Laufzeiten von Lizenzen und die
Wartung der Software. Somit wird der sichere Bestand der
Programminhalte und Daten über einen bestimmten, fest
definierten Zeitraum gewährleistet.
Im Zusammenhang mit den Planungen zur Einführung einer
CAFM-Lösung sollte stets beachtet werden, dass der
Aufwand für die Erhebung der in das System
einzuspeisenden Daten und die anschließende Einarbeitung
in die Software zunächst einige Zeit beanspruchen.
Nach der Implementierung der Anwendung wird sich dieser
Aufwand jedoch schnell amortisieren, da die
Immobiliendaten nun schneller und übersichtlich
bereitgestellt und auch einfacher bearbeitet und
aktualisiert werden können.



